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Favoriten für die einsame Insel

Polymaker HT-PLA Pro: Das beste Filament, das die Marke je entwickelt hat?

Bild vonMatthew Mensley
Von Matthew Mensley
Aktualisiert am 24. Jul 2026

Laut Polymaker überzeugt das neue Material durch eine beeindruckende Ermüdungs-, Festigkeits- und Temperaturbeständigkeit. Gleichzeitig bietet es die gewohnt einfache Druckbarkeit von herkömmlichem PLA.

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Das Ankündigungsvideo von Polymaker für ihr neuestes Filament wirft eine interessante Frage auf: Filamente für die einsame Insel. Stellen Sie sich vor, Sie stranden auf einer tropischen Insel – nur mit Ihrem Lieblings-3D-Drucker und einer Palette einer einzigen Filament-Art. Welches Filament würden Sie mitnehmen?

PLA ist am einfachsten zu drucken, kann aber spröde sein und wird weich, wenn man es in der Sonne liegen lässt. PETG ist wetterfester und robuster, aber ohne einen Filamenttrockner ist es schwieriger, es in einem druckbaren Zustand zu halten. Die Liste lässt sich fortsetzen, wobei jedes Material seine Vor- und Nachteile hat. Polymaker verspricht nun, dass das HT-PLA Pro keine nennenswerten Kompromisse erfordert. Das Unternehmen sieht darin die ultimative Lösung für fast alle Nutzer – ob auf der einsamen Insel oder nicht.

Das Polymaker HT-PLA Pro ist eine neue PLA-Variante. Das Unternehmen beschreibt es als „Kombination aus Hitzestabilität und extremer Robustheit in einem einfach zu druckenden PLA-Paket“. PLA ist bekanntlich aus gutem Grund das beliebteste und am häufigsten gedruckte Filament: Es ist wirklich einfach zu handhaben. HT-PLA wurde entwickelt, um die Temperaturbeständigkeit von normalem PLA zu verbessern und es so für wärmere Umgebungen und Anwendungen widerstandsfähiger zu machen. Beim neuen HT-PLA Pro kommt nun noch die besondere Zähigkeit hinzu.

Das Drucken selbst dürfte vertrautes Terrain sein. Laut Polymaker sind keine speziellen Anpassungen nötig; Sie können für das HT-PLA Pro einfach Ihre regulären PLA-Druckeinstellungen verwenden. Weder ein geschlossener Bauraum noch eine gehärtete Düse sind erforderlich. Polymaker empfiehlt eine Trocknung bei 60 °C für 6 Stunden. Es gelten also alle üblichen PLA-Bedingungen.

Proben des neuen Filaments wurden in einem von Polymaker entwickelten Thermosiphon-Schlagprüfstand auf Herz und Nieren getestet. Im Zentrum dieses Geräts befindet sich ein passiver, wasserbasierter Konvektionskreislauf. Dieser kann Wärme nach und nach in einen 3D-gedruckten Schlitten (mit einem ebenfalls gedruckten, integrierten Stoßfänger) leiten. Eine motorisierte Seilrolle zieht den Schlitten zurück, bevor er gegen eine Stahlplatte prallt, bis er schließlich bricht.

Mehrere Schlitten und Stoßfänger, die alle aus verschiedenen Polymaker-Materialien gedruckt wurden, absolvierten den Test. Der Versuchsaufbau setzte jede Baugruppe ganz bewusst verschiedenen möglichen Fehlermodi aus: Entweder durch die vom Thermosiphon auf den Schlitten übertragene Hitze oder durch den Aufprall des Stoßfängers auf die Platte.

In dem Video übertraf das HT-PLA Pro beim Thermosiphon-Schlagtest alle anderen Polymaker-PLAs. Es ließ zudem auch andere robustere Materialklassen hinter sich, die man normalerweise gerade wegen ihrer höheren Zähigkeit gegenüber PLA wählen würde. Insgesamt überstand das HT-PLA Pro mehr als doppelt so viele Stöße wie das speziell für Robustheit entwickelte PLA Pro des Unternehmens.

Das technische Datenblatt verleiht der Geschichte jedoch noch einige Nuancen. So schneidet das neue Material beim Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy beispielsweise schlechter ab als PLA Pro. Es ist also weniger widerstandsfähig gegen plötzliche, starke Stöße. Doch wie in dem ausführlichen Erklärungsvideo zum Test eingeräumt wird, liegt der eigentliche Vorteil eher in einer Kombination von Eigenschaften. Diese sorgen gemeinsam für die alltägliche Haltbarkeit eines Druckteils, anstatt nur extremen Einzelbelastungen standzuhalten.

Eine der Hauptaussagen zum Material ist, dass es bei Temperaturen von bis zu 150 °C direkt auf dem Druckbett nicht weich wird oder durchhängt. Das bedeutet eine hohe Temperaturbeständigkeit ganz ohne anschließendes Tempern (Annealing).

Das HT-PLA Pro ist ab sofort im Polymaker-Store in 18 Farben zum Preis von 25,99 € pro 1-kg-Spule erhältlich. Zum Vergleich: Eine Spule HT-PLA kostet derzeit 24,99 €, während eine Spule PLA Pro für 24,99 € pro kg zu haben ist.

Vergleich der technischen Datenblätter der Polymaker-Materialien:

Eigenschaft HT-PLA Pro PLA Pro HT-PLA Polylite PETG Polylite ASA
Elastizitätsmodul (X-Y) 2270 ± 50 MPa 2531,08 ± 25,16 MPa 2945,75 ± 77,35 MPa 2116,8 ± 68,1 MPa 2379 ± 157 MPa
Elastizitätsmodul (Z) 1850 ± 40 MPa 2265,58 ± 48,68 MPa 2596,43 ± 160,44 MPa 1898,7 ± 98,5 MPa 1965 ± 136 MPa
Zugfestigkeit (X-Y) 37,6 ± 1,1 MPa 39,93 ± 0,44 MPa 42,86 ± 0,76 MPa 50,8 ± 0,9 MPa 43,8 ± 0,8 MPa
Zugfestigkeit (Z) 26,8 ± 1,2 MPa 25,39 ± 0,45 MPa 20,83 ± 0,51 MPa 42,8 ± 2,8 MPa 32 ± 1,8 MPa
Bruchdehnung (X-Y) 13 ± 3 % 16,57 ± 6,18 % 2,80 ± 0,26 % 8,4 ± 1,7 % 6,7 ± 0,6 %
Bruchdehnung (Z) 2,6 ± 0,7 % 3,05 ± 0,19 % 0,97 ± 0,05 % 3,3 ± 0,2 % 1,65 ± 0,2 %
Biegemodul (X-Y) 2210 ± 140 MPa 2438,41 ± 78,20 MPa 2893,46 ± 53,15 MPa 1898,5 ± 35,5 MPa 3206 ± 108 MPa
Biegemodul (Z) 1910 ± 40 MPa 2368,62 ± 61,58 MPa 2411,22 ± 139,22 MPa k. A. k. A.
Biegefestigkeit (X-Y) 60,1 ± 2,1 MPa 62,12 ± 0,78 MPa 74,04 ± 0,66 MPa 69,6 ± 0,8 MPa 73,4 ± 2,1 MPa
Biegefestigkeit (Z) 37,1 ± 1,5 MPa 49,96 ± 1,06 MPa 29,39 ± 1,18 MPa k. A. k. A.
Charpy-Kerbschlagzähigkeit (X-Y) 9,94 ± 1,43 kJ/m² 20,76 ± 2,18 kJ/m² 4,94 ± 0,31 kJ/m² 2,6 ± 0,2 kJ/m² 10,3 ± 0,4 kJ/m²
Charpy-Kerbschlagzähigkeit (Z) k. A. k. A. 4,50 ± 0,11 kJ/m² k. A. 6,7 ± 1,4 kJ/m²
Charpy-Schlagzähigkeit ohne Kerbe (X-Y) 45,7 ± 7,3 kJ/m² 51,7 ± 4,58 kJ/m² k. A. k. A. k. A.
Charpy-Schlagzähigkeit ohne Kerbe (Z) 10,3 ± 2,1 kJ/m² 21,7 ± 2,22 kJ/m² k. A. k. A. k. A.

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Über den Autor:
Matthew Mensley is a senior editor at All3DP with nine years covering consumer 3D printing hardware. He writes news, reviews, and buying guides with the clarity of someone who's seen enough hype cycles to know which ones to take seriously.
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